Schon beim Einstieg in den Bus war die Vorfreude spürbar. Zehn Gastkinder aus Belarus, die derzeit im Rahmen eines Erholungsaufenthaltes bei Gastfamilien in Schaumburg leben, machten sich gemeinsam mit ihren Betreuern auf den Weg nach Soltau. Ziel des Tages war das Heide Park Resort. Für viele von ihnen sollte dieser Ausflug zu den schönsten Erinnerungen ihres Deutschlandaufenthaltes gehören.
Die Kinder werden während ihres Aufenthalts von der Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ der Kirchengemeinde Bad Eilsen begleitet. Sie stammen aus einer Region in Belarus, die bis heute von den Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geprägt ist. Seit vielen Jahren ermöglicht die Initiative den Kindern einen mehrwöchigen Aufenthalt in Deutschland. Die Zeit bei den Gastfamilien bietet ihnen die Gelegenheit, den Alltag für einige Wochen hinter sich zu lassen, neue Menschen kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln, die in ihrer Heimat oft nicht möglich sind.
Zu diesen besonderen Erlebnissen gehört seit vielen Jahren auch der Besuch im Heide Park Resort. Das Kinderhilfswerk ICH unterstützt die Gastgruppe regelmäßig und organisierte auch in diesem Jahr den Ausflug nach Soltau. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ verbindet beide Organisationen bereits seit langer Zeit. Immer wieder stehen dabei Projekte im Mittelpunkt, die den Kindern eine unbeschwerte Zeit ermöglichen und ihnen zeigen, dass Menschen über Grenzen hinweg an sie denken.
Im Heide Park angekommen, dauerte es nicht lange, bis sich die ersten Gruppen auf den Weg zu den Attraktionen machten. Während einige Kinder möglichst schnell die großen Fahrgeschäfte ausprobieren wollten, ließen es andere zunächst etwas ruhiger angehen und erkundeten die verschiedenen Themenbereiche des Parks. Überall waren neugierige Blicke, aufgeregte Gespräche und immer wieder fröhliches Lachen zu hören. Für viele der jungen Gäste war ein Freizeitpark dieser Größe eine völlig neue Erfahrung.
Besonders beeindruckend waren die Fahrgeschäfte, die Mut und ein wenig Abenteuerlust verlangten. Nach jeder Fahrt wurden die Erlebnisse lebhaft miteinander verglichen. Wer hatte sich in die schnellste Bahn getraut? Wer wollte unbedingt noch einmal fahren? Und welche Attraktion war die beste des Tages? Diese Fragen beschäftigten die Kinder bis weit in den Nachmittag hinein. Dabei spielte es keine Rolle, wer aus welchem Ort kam oder welche Sprache gesprochen wurde. Die gemeinsame Freude verband alle miteinander.
Doch nicht nur die Attraktionen machten den Tag besonders. Es waren auch die vielen kleinen Momente dazwischen: ein gemeinsames Eis in der Sonne, Erinnerungsfotos vor den Fahrgeschäften, Gespräche auf den Parkwegen und das Gefühl, gemeinsam etwas Außergewöhnliches zu erleben. Gerade diese Augenblicke bleiben oft länger in Erinnerung als jede Achterbahnfahrt.
Für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ sind solche Tage von besonderer Bedeutung. Ihr Engagement ermöglicht den Kindern seit vielen Jahren wertvolle Erfahrungen fernab ihres gewohnten Umfelds. Ebenso trägt die Unterstützung durch das Kinderhilfswerk ICH dazu bei, dass diese Angebote verlässlich umgesetzt werden können. Die langjährige Zusammenarbeit zeigt, wie viel erreicht werden kann, wenn Menschen und Organisationen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Am Ende des Tages waren die Beine müde, die Eindrücke zahlreich und die Gespräche im Bus entsprechend lebhaft. Noch auf der Rückfahrt wurde diskutiert, welche Bahn am meisten Spaß gemacht hatte und welche Erlebnisse den Kindern besonders in Erinnerung bleiben würden. Viele hielten ihre neuen Eindrücke auf Fotos fest, andere schauten einfach zufrieden aus dem Fenster und ließen den Tag Revue passieren.
Die Arbeitsgemeinschaft „Den Kindern von Tschernobyl“ bedankt sich herzlich beim Kinderhilfswerk ICH sowie beim Heide Park Resort für die langjährige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit. Solche Tage sind weit mehr als nur ein Ausflug. Sie schaffen gemeinsame Erinnerungen, stärken Freundschaften und schenken Kindern Momente, die sie noch lange begleiten werden.
